Private Equity: 65 Prozent der KI-Programme in Beteiligungsunternehmen übertreffen Ziele – doch nur 36 Prozent der Unternehmen setzen KI im laufenden Betrieb ein
16. April 2026
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- Sieben Prozent der Befragten berichten, dass KI in ihren Beteiligungsunternehmen bereits flächendeckend integriert ist
- KI soll bisher häufiger Umsatz steigern (bei 41 Prozent der Befragten) als Kosten senken (24 Prozent)
- Die größte Hürde bei der Ausweitung der KI-Programme (35 Prozent): zu wenig KI- und IT-Spezialisten
36 Prozent der befragten PE-Entscheider geben an, dass ihre Beteiligungsunternehmen KI im laufenden Betrieb einsetzen: 17 Prozent für einzelne Anwendungen, zwölf Prozent in bestimmten Unternehmensbereichen. Sieben Prozent berichten von einer flächendeckenden Integration. Weitere 21 Prozent sehen ihre Beteiligungsunternehmen in der Pilotphase. Die übrigen 43 Prozent berichten, dass ihre Beteiligungsunternehmen bisher allenfalls experimentieren (16 Prozent), KI nur eingeschränkt nutzen (15 Prozent) oder gar nicht einsetzen (zwölf Prozent).
Dort, wo KI im Tagesgeschäft angekommen ist, geben 65 Prozent der Befragten an, dass ihre KI-Programme die gesetzten wirtschaftlichen Ziele übertroffen haben, bei 17 Prozent davon deutlich. Weitere 30 Prozent berichten, dass die Ziele planmäßig erreicht wurden. Nur vier Prozent sehen ihre Programme hinter den Erwartungen. Die Befragten erwarten zudem, dass sich ihre KI-Investitionen innerhalb von ein bis zwei Jahren rechnen: 38 Prozent gehen von sieben bis zwölf Monaten aus, 31 Prozent von 13 bis 24 Monaten. Zwölf Prozent geben an, dass ihre Programme die gesetzten Ziele bereits heute erfüllen.
„Die Unternehmen, die KI bereits im Tagesgeschäft verankert haben, bauen gerade einen Vorsprung auf, der für andere nur noch schwer einzuholen sein wird“, sagt Friederike Süllau, Senior Managing Director bei FTI-Andersch, der auf Restrukturierung, Business Transformation und Transaktionen spezialisierten Beratungseinheit von FTI Consulting. „Sie sammeln Erfahrungswerte, verändern ihre Arbeitsweise, optimieren ihre Prozesse und treffen schnellere Entscheidungen. Wer jetzt nicht wirklich anfängt, trifft schon in Kürze auf Wettbewerber, die einen erheblichen Vorsprung haben. Das wird Märkte strukturell verändern.“
Umsatz vor Kosten: Wo Beteiligungsunternehmen KI einsetzen
41 Prozent der Befragten geben an, dass die KI-Initiativen in ihren Beteiligungsunternehmen primär auf Umsatzwachstum zielen, nur 24 Prozent auf Kostensenkung, 35 Prozent verfolgen beide Ziele gleichzeitig. Beim Umsatz stehen neue Produkte und Dienstleistungen (48 Prozent hohe Priorität), Preis- und Margenoptimierung (47 Prozent) sowie Vertriebsproduktivität (45 Prozent) an der Spitze. Auf der Kostenseite dominieren die Optimierung von IT-Kosten (48 Prozent), Einkauf (48 Prozent) und die bessere Auslastung von Anlagen und Maschinen (46 Prozent). 63 Prozent der Kostenprogramme und 65 Prozent der Umsatzprogramme peilen eine Verbesserung von fünf bis zehn Prozent an. Nur fünf beziehungsweise vier Prozent zielen auf mehr als 20 Prozent.
„Der Umsatzfokus ist nachvollziehbar. Heutige KI-Software liefert exzellente Werkzeuge, um im Vertrieb und in der Preisgestaltung sehr schnell produktiven Einsatz zu ermöglichen“, sagt Friederike Süllau. „Gleichzeitig sehen wir bei unseren Mandanten, dass KI auf der Kostenseite ebenfalls sofort wirken kann, etwa in der Buchhaltung, bei Beschaffungsprozessen oder in der Verwaltung. Die Unternehmen, die beides parallel angehen, also Umsatzhebel und Prozessoptimierung gleichzeitig, kommen am schnellsten voran.“
Rendite nach Einsatzbereich: Wo KI die höchsten Erträge liefert
Je nach Einsatzbereich berichten 54 bis 67 Prozent der Befragten von einer Rendite ihrer KI-Investitionen von mehr als zehn Prozent (ROI). Die höchsten Werte erzielen die Automatisierung von Arbeitsabläufen, Anwendungen im Bereich Cybersicherheit und KI-gestützte Analysen (jeweils 67 Prozent). Es folgen Robotik und vernetzte Sensorik (65 Prozent) sowie der Aufbau von Dateninfrastruktur (64 Prozent). Am unteren Ende der Skala liegen autonome Planungssysteme (60 Prozent), digitale Zwillinge (57 Prozent) sowie Sprach- und Audioerkennung (54 Prozent).
„Dass Workflow-Automatisierung und Datenanalyse die höchsten ROIs erzielen, hat einen einfachen Grund: Diese Anwendungen greifen in Prozesse ein, die in jedem Unternehmen stattfinden, unabhängig von Branche oder Geschäftsmodell. Spezialisierte Anwendungen wie digitale Zwillinge oder Spracherkennung können im Einzelfall sehr wirkungsvoll sein, lassen sich aber schwerer auf breiter Basis skalieren. Wer schnell Ergebnisse sehen will, fängt deshalb bei den Prozessen an, die das ganze Unternehmen betreffen“, sagt Friederike Süllau.
Zu wenige KI-Spezialisten – doch auch die Organisation steht zu oft im Weg
Rund ein Drittel der Befragten (35 Prozent) sieht den Mangel an KI- und IT-Spezialisten in den eigenen Beteiligungsunternehmen als größte Hürde bei der Ausweitung ihrer KI-Programme. Es folgen Datenqualität und -verfügbarkeit (33 Prozent), das Tempo der Umsetzung (29 Prozent) und die Einbindung in bestehende IT-Systeme (28 Prozent). Als wichtigste Gegenmaßnahme setzen 68 Prozent auf die Rekrutierung externer KI-Experten. 59 Prozent planen gezielte Übernahmen von Unternehmen mit KI-Kompetenz, die gleiche Anzahl stellt zusätzliche Budgets bereit.
Darüber hinaus bremsen auch organisatorische Faktoren: fehlende Veränderungsbereitschaft (25 Prozent), unklare Zuständigkeiten (25 Prozent) und mangelnde Unterstützung durch die Geschäftsführung (24 Prozent).
„Die meisten Unternehmen wollen neue KI-Spezialisten rekrutieren, dabei liegt das eigentliche Problem woanders“, sagt Friederike Süllau. „Der Einkaufsleiter muss verstehen, wie er KI-gestützte Prognosen in seine Bestellprozesse einbaut. Der Vertriebsleiter braucht Werkzeuge, mit denen sein Team Preise dynamisch anpassen kann. Dafür braucht es keinen KI-Experten – die heutigen Werkzeuge sind so weit, dass bestehende Teams sofort damit arbeiten können. Der klassische Fehler ist, erst auf die perfekten Voraussetzungen zu warten, statt einfach anzufangen.“
Über die Studie / Methodik:
FTI Consulting hat im Dezember 2025 insgesamt 200 PE-Entscheider weltweit befragt. Die Befragten sind in Investment- und operative Entscheidungen eingebunden, die Gesellschaften verwalten jeweils ein Vermögen von mindestens einer Milliarde US-Dollar. Die Ergebnisse beruhen auf Selbsteinschätzungen zu den KI-Programmen in ihren Beteiligungsunternehmen.
Die vollständige Studie finden Sie hier:
https://www.fticonsulting.com/insights/reports/2026-private-equity-ai-radar
Über FTI-Andersch
FTI-Andersch ist eine Unternehmensberatung, die ihre Mandanten in der Entwicklung und Umsetzung tragfähiger Zukunfts-, Performance- sowie Restrukturierungskonzepte unterstützt. FTI-Andersch begleitet aktiv Unternehmen, die sich mit strategischen, operativen oder finanzwirtschaftlichen Herausforderungen und Veränderungsprozessen beschäftigen müssen – oder frühzeitig Geschäftsmodell, Organisation und Prozesse zukunftsfähig ausrichten möchten. Zu den Mandanten zählen insbesondere mittelständische Unternehmen und Konzerne, die international agieren. FTI-Andersch ist Teil der FTI-Consulting-Gruppe (NYSE: FCN) mit mehr als 8.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit.
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